Kindern beim Lesenlernen helfen

10 Tipps: Wie Sie Ihr Kind beim Lesen sinnvoll unterstützen

 

Lesen lernt man nur, indem man es tut.

Kinder mit Leseproblemen sollten Übungen angeboten bekommen, die ihre Motivation stärken und Erfolgserlebnisse bringen.

 

Eine Auswahl:

Nicht die Leistung steht bei den Übungsphasen im Mittelpunkt, sondern das eigene Tun und das Erleben von Erfolg. Wählen Sie die Methoden aus, die für Ihren konkreten Bedarf geeignet sind. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre, Abwechslung und gute Laune. Bevor es losgeht, vereinbaren Sie mit dem Kind, auf welche Weise und wie lange gelesen werden soll. Folgende Spielarten haben sich bei Kindern im Grundschulalter bewährt:

  • ·         Den Einstieg erleichtern: Sie beginnen damit, die Geschichte vorzulesen und erörtern im Anschluss an jeden Abschnitt oder jedes Kapitel die Frage, wie es wohl weitergeht. Später übernimmt das Kind das Vorlesen oder es liest still weiter.
  • ·         Anschieben: Sie lesen gemeinsam mit dem Kind, sozusagen „im Chor". Beginnen Sie laut. Wenn das Kind sicher mithalten kann, werden Sie leiser. Flüstern hat seinen Reiz , bis das Kind die Sache ganz übernimmt und Sie verstummen können.
  • ·         Doppelt hält besser: Sie lesen einen Satz vor, das Kind liest still mit. Danach liest es den gleichen Satz laut vor. Das lässt sich auch auf ganze Abschnitte ausdehnen, kann allerdings schnell langweilig werden.
  • ·         Halbe-Halbe: Beide lesen jeweils einen Satz, einen Abschnitt oder ein Kapitel abwechselnd vor. Dabei darf Ihre „Hälfte" ruhig länger sein als die des Kindes.
  • ·         Lesen nach Zeit: Stellen Sie eine kleine Sanduhr bereit. Wenn sie abgelaufen ist, wird sofort gewechselt. Wenn es sein muss, auch mitten im Satz.
  • ·         Selbständigkeit fördern: Das Kind liest einen vorher vereinbarten Abschnitt still für sich. Anschließend stellen Sie ihm ein paar Quizfragen dazu und notieren die richtigen Antworten. Ein Joker macht die Sache attraktiver.
  • ·         Auf langsames Tempo achten: Viele leseschwache Kinder lesen zu schnell. Sie lassen Wörter und Wortteile aus, um ihre Unsicherheit zu kompensieren. Wenn das passiert: Zurück auf Los! Eine Stoppuhr zeigt an, ob beim zweiten Mal mehr Zeit benötigt wurde.
  • ·         Hilfsmittel erlaubt: Wenn der Sprung von einer Zeile in die nächste Schwierigkeiten macht, kann ein selbst gefertigter Lesepfeil aus Pappe oder Plastik helfen. Er muss mit der Spitze nach rechts zeigen und wird unter der Zeile angelegt. Ist die Zeile gelesen, rückt er eine nach unten.
  • ·         Lob macht Laune: Loben Sie das Kind, wenn es einen Lesefehler selbst bemerkt, im Text zurückgeht und sich verbessert. Dies ist ein Fortschritt und zeigt, dass das Kind beim Lesen den Sinn im Auge behält.
  • ·         Belohnung garantiert: Bei Lesefehlern, die das Kind nicht selbst bemerkt, sollten Sie sanft und beharrlich auf das betreffende Wort deuten und es genau (l au t ie r e n d oder in Sil-ben) erlesen lassen. Wenn das klappt, kann eine Belohnung (Pluspunkt) notiert oder zugeteilt werden.

Versuchen Sie nie, etwas zu erzwingen! Sollte sich während der gemeinsamen Übungen herausstellen, dass der gewählte Text zu schwer und für dieses Kind also (noch) ungeeignet ist, brechen Sie die Lektüre ohne Bedauern ab. Vielleicht kann man ja später darauf zurückkommen. Auch wenn das Thema auf wenig Interesse stößt, sollte man wechseln und sich dabei an den Vorlieben des Kindes orientieren, auch wenn man diese selbst nicht teilt. Wenn der Erwachsene weiß, in welchen Phasen der Prozess des Lesenlernens normalerweise abläuft, kann er Hürden besser erkennen und die Geduld zu bewahren.

 

 

 

Vorlesen

Vorlesestudien der Stiftung Lesen kommen zu interessanten Ergebnissen:

  • Wenn Eltern regelmäßig vorlesen, schaffen sie gute Grundlagen für die Lesekompetenz ihrer Kinder. Vorlesen ist ein uneinholbares Startkapital.
  • Vorlesen verschafft Kindern einen deutlichen Startvorteil beim Lesenlernen - besonders, wenn es täglich geschieht.
  • Vorlesen begünstigt nicht nur das Lesen(lernen), die Kinder nehmen insgesamt gute Voraussetzungen für die Schule mit.
  • Eine Viertelstunde täglich hilft schon: Eltern, die ihren Kindern täglich vorlesen, erleichtern ihnen deutlich das Lesenlernen.
  • Regelmäßiges Vorlesen erleichtert Grundschülern das Lesenlernen.
  • 9 von 10 Kindern lieben das Vorlesen.
  • Besonders Kinder, denen wenig vorgelesen wird, wünschen es sich öfter.
  • 42 Prozent der Eltern mit Kindern unter 10 Jahren in Deutschland lesen nicht oder nur gelegentlich vor

Näheres auf der Homepage der Stiftung Lesen